Satellitenverbindung

Amazon übernimmt offenbar Apples Anteil an Globalstar

Amazon treibt die Übernahme von Globalstar voran – und hat offenbar auch eine Einigung mit Apple erzielt. Der iPhone-Konzern hält bislang Anteile an einer Globalstar-Tochter, über die Satellitenfunktionen auf iPhone und Apple Watch laufen.

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Amazon und Apple haben offenbar eine wichtige Hürde bei der geplanten Globalstar-Übernahme genommen. Aus einem FCC-Dokument, über das PCMag berichtet, geht hervor, dass Amazon nicht nur Globalstar übernehmen will, sondern auch Apples Anteil an der zuständigen Globalstar-Tochter.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Amazon will Globalstar übernehmen
  • Apple hält bislang 20 Prozent an einer Globalstar-Tochter
  • Die Satellitenfunktionen von iPhone und Apple Watch sollen weiterlaufen
  • Amazons Leo-Netz soll künftig eine größere Rolle spielen
  • Der Abschluss wird für 2027 erwartet und braucht noch regulatorische Zustimmung

Apple hält demnach 20 Prozent der Anteile sowie 20 Prozent der Stimmrechte an Globalstar Licensee LLC. Diese Tochtergesellschaft betreibt das Satellitensystem, über das Apple Funktionen wie „Notruf SOS via Satellit“ bereitstellt. Apple hatte 2022 rund 450 Millionen US-Dollar in Globalstar investiert und sich im Gegenzug unter anderem umfangreiche Netzkapazitäten gesichert.

Warum Apple eine Rolle spielt

Der Apple-Anteil machte separate Verhandlungen zwischen Amazon und Apple nötig. Laut dem Bericht soll inzwischen eine Einigung vorliegen: Amazon übernimmt Apples Beteiligung, während Apple seine bestehenden Satellitenfunktionen über Amazons Leo-Satellitennetz weiterführen soll.

Leo bezeichnet Amazons Satellitennetz im niedrigen Erdorbit. Es soll künftig unter anderem Funktionen wie „Notruf SOS via Satellit“, Nachrichten via Satellit, „Wo ist?“ und Pannenhilfe per Satellit für kompatible iPhone- und Apple-Watch-Modelle unterstützen.

Leo erklärt!

Leo steht für „Low Earth Orbit“, also einen niedrigen Erdorbit. Satelliten in dieser Umlaufbahn kreisen deutlich näher an der Erde als klassische Kommunikationssatelliten. Dadurch können Verbindungen schneller reagieren und auch Dienste wie Notfallkommunikation über Smartphones ermöglichen.

Für Apple wäre der Deal strategisch interessant. Das Unternehmen müsste die Satelliteninfrastruktur nicht selbst betreiben, könnte aber weiter auf satellitengestützte Dienste für iPhone und Apple Watch setzen. Gleichzeitig würde Apple laut Bericht mehr Geld erhalten, als ursprünglich in Globalstar investiert wurde.

Abschluss wohl erst 2027

Die Übernahme von Globalstar durch Amazon soll einen Wert von rund 11,57 Milliarden US-Dollar haben. Abgeschlossen wäre der Deal demnach frühestens 2027 – vorausgesetzt, die zuständigen Behörden stimmen zu.

Für Nutzerinnen und Nutzer dürfte sich kurzfristig nichts ändern. Entscheidend wird sein, ob Amazon und Apple die bestehenden Dienste stabil weiterführen und ob künftig zusätzliche Satellitenfunktionen hinzukommen.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Für Apple wirkt der Schritt vor allem pragmatisch. Das Unternehmen hat mit den Satellitenfunktionen einen sicherheitsrelevanten Dienst aufgebaut, der im Alltag selten genutzt wird, im Ernstfall aber ein starkes Argument für iPhone und Apple Watch sein kann. Eine eigene Satelliteninfrastruktur wäre dafür teuer und komplex.

Dass Amazon Globalstar übernehmen will, könnte Apple langfristig sogar entgegenkommen: Wenn die bestehenden Dienste vertraglich abgesichert bleiben und Amazons Leo-Netz technisch leistungsfähiger wird, könnte Apple die Funktion ausbauen, ohne selbst zum Satellitenbetreiber zu werden.

Ganz ohne Risiko ist der Wechsel aber nicht. Apple würde sich stärker von Amazon als Infrastrukturpartner abhängig machen. Für Nutzerinnen und Nutzer zählt am Ende weniger die Eigentümerstruktur als die Frage, ob Notruf SOS, Nachrichten und Standortfunktionen per Satellit zuverlässig verfügbar bleiben – gerade in Situationen, in denen kein Mobilfunknetz erreichbar ist.

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